Der Granat ist wahrscheinlich einer der meist beschriebenen Edelsteine in der Geschichte der Gemmologie..

Der Begriff ‚Granat‘, stammt aus dem Lateinischen (Granatus) und bedeutet übersetzt ‚Samen‘. Der Name weist auf die Erscheinung der winzig kleinen, für Schmuckzwecke ungeeigneten, Kristalle hin, welche im dicht gepickten Muttergestein dieses Edelsteins zu finden sind.

Viel Farbe, Glanz und Geschichte

Die Geschichte dieser Edelstein-Familie ist sehr alt. Er hat seit er den Menschen bekannt ist bereits viele Rollen eingenommen und trägt diese zum Teil auch noch Heute: Er ist ein Sinnbild für Treue, Freundschaft sowie auch Beständigkeit, fungiert als Monatsstein (Sternzeichenstein) im Januar und galt früher als Beschützer vor Gefahren für Kreuzfahrer.

Aus gemmologischer Sicht, umfasst der Granat eine grosse Mineralgruppe. Diese Edelsteinfamilie ist ein ideales Beispiel dafür, wie die Struktur eines Minerals zwar seine äussere Form bestimmt, die Farbe jedoch der chemischen Zusammensetzung unterliegt. Der Granat kristallisiert durchwegs nach dem kubischen System und ist ein Aluminiun Silicat [(Ton) Al2 (SiO4) 3] mit bekannten Bestandteilen wie Magnesium, Eisen oder Kombinationen davon. Die Dichte, also das spezifische Gewicht, des Granats liegt zwischen 3,4 – 3,7 (Edelsteine werden in der Gewichtseinheit ‚Karat (ct)‘ 1/5 Gramm angegeben).

Granate gibt es in vielen Variationen: Tsavorit, Spessartin, Andradit (Demantoid), Rhodolith, Almandin und Pyrop sowie gemischte Reihen dieser Granate. Die Lichtbrechungswerte der Steine sind extrem hoch (zum Teil über 1,8 im Index) hierdurch erhalten perfekt geschliffene Steine eine atemberaubende Brillanz, die nur wenige andere Edelsteinefamilien erreichen.

In diesem Blogbeitrag wollen wir Ihnen zwei Granatarten vorstellen, die nicht zu den alten Hasen der Familie gehören, sondern eher deren grosskinder wären.

Verschiedene Granaten
Ein Set bestehend aus Granaten aus unserer Bijouterie

Der Tsavorit

Dieser leuchtend grüne Granat wird in den Ländern Tansania, Madagaskar oder Kenia gefunden. Sein einzigartiges Grün repräsentiert das Leben, den Frühling und die Verbundenheit zur Natur. Es ensteht durch die chemische Zusammensetzung von Chrom und Vanadium.

Die ersten dieser Steine, wurden ca. 1960 in der Ostafrikanischen Savanne, im Tsavo Park, gefunden. Kaum entdeckt, eroberte der Tsavorit schnell die Herzen der Edelsteinhändler und -schleifer, denn er gilt als Rarität und wird gerne als passender Edelstein für Unikat-Schmuckstücke verwendet. Zudem braucht seine natürliche Schönheit keine besondere Behandlungen, ausser dem fachmännischen ‚Schleifen und Polieren‘.

Die Entdeckung des Tsavorits

Die Geschichte des Tsavorits beginnt 1967 in der Nähe des weltberühmten Tsavo-Nationalparks in Kenia und im Nordosten des Landes Tansania – ein wunderschönes und zugleich auch sehr gefährliches Gebiet. Giftige Schlangen und Raubkatzen auf der Suche nach Beute sind keine Seltenheit. Aber genau dort, liegen die wenigen Minen in denen die einzigartigen Edelsteine zu finden sind.

Im besagten Jahr, stiess der schottische Geologe Campbell R. Bridges im Nordosten von Tansania auf eigenartige, kartoffelförmige Gesteinsknollen, welche im Innern mit wunderschönen grünen Körnern und Kristallstücken gefüllt waren. Die anschliessenden Überprüfungen ergaben, dass Mr. Bridges grüne ‚Grossulare‘ entdeckt hatte: die ersten Tsavorite in Edelsteinqualität.

Schade nur, dass der gefährliche Fundort nicht sein einziges Problem war, denn damals war es trotz aller Anstrengungen nicht möglich Steine aus Tansania auszuführen. Also suchte er weiter, denn als Geologe wusste er, dass edelsteinführende Erdschichten nicht zwingend nur an einem Ort begrenzt sind, sondern sehr viel weiter reichen können. Zu seinem Glück, entdeckte er dann im Jahre 1971 den grünen Edelstein in Kenia zum zweiten Mal. Und noch heute befinden sich die ergiebigsten Vorkommen des Tsavorits in den Hügelketten an der Nordostflanke der Bergriesen in Kenia. Unweit der Grenze zum Tsavo-Nationalpark wurden bis 1973 fünf lohnende Fundstellen gefunden.

Tsavorite die grösser als 5 Karat sind werden nur vereinzelnd aus den Minen gewonnen. Somit ist ein geschliffener Stein bereits ab Grösse von 2 Karat recht selten und enorm kostbar. Dennoch gehört genau zu den Besonderheiten dieses Steins , dass er schon in sehr kleinen Grössen seine starke Leuchtkraft beweist. Durch die eher kleinen, gefundenen Kristalle, erstaunt das grösste bisher gefundene Exemplar umso mehr: der Stein aus dem Tsavo-Tal in Kenia wiegt stolze 32 Karat.


Mandarin Granat / Spessartin

Der orangefarbene Edelstein mit der unverwechselbaren blitzenden Leuchtkraft sieht aus als käme er von der Sonne selbst. Die Farbe ensteht aber tief im Boden der Erde, durch die Zusammensetzung des chemischen Elementes ‚Mangan‘ mit Tonerde und Kieselsäure. Das Endprodukt, also der Spessartin, wird nur an wenigen Orten auf der unserer Welt gefunden. Die bekanntesten Fundorte sind Myanmar, Tansania, Namibia und Nigeria. In den letzteren zwei Ländern sind die Minen aber leider erschöpft und enthalten kein Rohmaterial mehr. Wie alle Granate, sind auch Spessartine unbehandelt, denn sie leuchten bereits durch ihre natürliche Entstehung.

Die Spessartine sind immer im orangen Farb-Bereich aber reichen in dieser Palette vom intensiven Orange, über Gelb-orange bis hin zum dunkleren Braun-orange mit verschiedenen Intensitäten. Selbstverständlich macht schlussendlich ein perfekter Schliff die Attraktivität des einzelnen Steines aus. Der Mandarin Granat kommt im Gegensatz zum Tsavorit in grossen Rohstücken von ca. 100 – 250ct vor. Es resultieren somit auch sehr beachtliche, geschliffene Steine.

Geschichte des Spessartins

Der Mandarin Granat wurde später als der Tsavorit in Afrika entdeckt: 1992 wurden die ersten Steine in Namibia gefunden. Durch die beeindruckende Schönheit wurden die Steine sehr schnell rund um den Erdball begehrt. Wenige Jahre danach, tauchten 1999 die ersten Steine in Nigeria auf. Sie wurden zufälligerweise bei der Suche nach Turmalinen entdeckt und zuerst für die rot-orangen Feueropale gehalten. Eine genaue Untersuchung deckte den Irrtum bald auf und entfachte die Suche nach den begehrten orangen Preziosen. Die nigerianischen Steine sind den Steinen aus Namibia sehr ähnlich und nur geschulte Fachpersonen können sie auseinander halten.


Wir geben Ihnen sehr gerne weitere Informationen zu unserem Schmuck mit Granaten. Auf Facebook und Instagram veröffentlichen wir jeweils Beiträge über unsere neusten Kreationen.

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