Seit der Gründung der Unternehmung 1972 arbeitet BijouxStadelmann mit verschiedensten Perlensorten. Das scheinbar zeitlose Naturprodukt begeistert Händler, Goldschmiede und Kunden immer wieder aufs Neue.

„Echte“ Perlen

Perlen sind ein organisches Produkt, das bedeutet, dass sie tierischen oder pflanzlichen Ursprungs sind. In unserer Branche kennen wir weitere organische Produkte wie Korallen, Elfenbein, Horn, Knochen, Grandeln, Leder (tierisch) oder Bernstein, (Eben)Holz (pflanzlich). Zudem unterscheiden wir zwischen echten Perlen, Zucht- oder Kulturperlen und unechten Perlen.

Das Muscheltier (z.B. eine Auster) wird, durch einen in die Muschel eingedrungenen Fremdkörper (Sandkorn), gereizt, wodurch sie vermehrt Perlensekret produziert, um den Fremdkörper damit zu umschliessen und so zu etwas ganz Eigenem, in der Muschel, macht. Je länger die Perle in der Muschel bleibt, umso grösser wird sie.

Echte Perlen sind meist nicht kugelrund und haben eher eine grobe Oberfläche und sind haben zudem nicht so einen glänzender „Lüster“ (Perlenglanz) wie Zucht- bzw. Kulturperlen. Naturförmige, also nicht perfekt runde Perlen, werden als „Barockperlen“ bezeichnet. Da diese ohne menschliches Zutun entstehen, also auch ein Fremdkörper in die Muschel eindringt und dann noch ausgespuckt werden muss, ist der Fund einer solcher echten Perle extrem selten. In der Schmuckbranche wird deshalb seit über 100 Jahren mit Zuchtperlen gearbeitet.


Akoya Zuchtperlen

Farben: Weiss, Crème, rosé, Silber und Gold. Dunkle sind gefärbt.
Muschel: Pinctada Fucata / Martensii Auster, ca. 8cm
Herkunft: Hauptsächlich Japan mit ca. 15 Tonnen / Jahr und ferner China sowie Vietnam mit ca. je 2,5 Tonnen / Jahr
Grösse: Ab 2mm bis 10mm Ø, hauptsächlich 7 – 8mm Ø

Anstelle des Sandkorns, welche in die Muschel dringt, werden den Muscheltieren genau eine aus Muschelschalen geschliffene Kugel zusammen mit einem Stückchen lebenden Epithel „einoperiert“, welche dann das Tier reizt – sie bildet einen sogenannten „Perlensack“ um die Kugel. Darin umschliesst das Muscheltier mit ihrem Sekret die Kugel, so empfindet sie die Kugel nicht mehr als Fremdkörper und die Kulturperle wächst. Nach dem Erreichen der gewünschten Dicke der Perlenschicht um den Kern (mind. 1,5 Jahre) wird die Perle ‚geerntet‘ (herausoperiert) und das Muscheltier stirbt. Es wird also nur eine Perle pro Muschel geerntet.


Südsee Kulturperlen

Farbe: Weiss, Crème, Silber und Gold.
Muschel: Pinctada Maxima Auster, bis 25 cm
Herkunft: Australien, Indonesien, Philipinen und Fiji (Untergruppe)
Grösse: Ab 9 bis ca. 16 mm Ø, noch grössere Perlen sind Raritäten

In Australien wird die höchste Qualität an weissen Südsee-Perlen gezüchtet. Auch in Indonesien reifen diese heran, haben aber eher eine tiefe bis maximal mittelmässige Qualität. In den Philippinen wachsen die schönsten goldenen Perlen.

Wie bei den Akoya-Kulturperlen wird dem Muscheltier ein einziger Kern aus Muschelschale (Perlmutt) einoperiert. Die Produktionsdauer der Muschel beträgt ca. 18 Monate. Ein grosser Unterschied zu seiner japanischen Verwandten ist, dass die Pinctada Maxima Auster nach der Ernte häufig ein zweites Mal produzieren kann. Die Perlen aus der zweiten Ernte sind oft grösser, da der Perlsack nach der ersten Produktion bereits existiert und nochmals vergrössert wird.


Tahiti Kulturperlen

Farbe: Silber-grau bis schwarz
Muschel: Pinctada Margaritifera Auster (schwarze Auster) bis 20 cm
Herkunft: Hauptsächlich auf Tahiti (franz. Polynesien)
Grössen: Wie bei Südseeperlen: 9 bis ca. 16 mm Ø

Der Namen der einzigen natürlich schwarzen Perle, kommt daher, dass Tahiti mit ca. 93% Anteilen an der Weltproduktion bzw. 16 Tonnen klar Marktführer ist. Die Produktion ist verhält sich gleich wie bei Südsee-Perlen, von welchen die Tahiti Kulturperlen als Untergruppe gelten.


Süsswasser Perlen

Farbe: Von weiss, Crème, Pastelltöne wie orange, rosa, mauve. Grau und schwarz ist auch hier gefärbt.
Muschel: Hyriopsis Cumingi Muschel gekreuzt mit der japanische Hyriopsis Schlegeli (ehemals BIWA-Perlen)
Herkunft: China (Hauptsächlich)
Grössen: ca. 20 – 30 mm Ø

Die Süsswasserperle unterscheidet sich in fast allen Aspekten zu den andern, denn sie galt lange Zeit als kernlose Perle, da sie nur mit Epithel gezüchtet wurde. Heute, wächst sie auch mit einem Kern (meistens eine Kugel aus Muschelschale) um gewünschte Formen zu erzeugen. Der Züchter kann also mit verschiedenen Kernarten unterschiedlichste Formen gezüchtet werden. Zudem können bis zu 15 Epithelstückchen oder Kugeln in eine Muschel einoperiert werden, welche dann für 1 – 3 Zuchtvorgänge eingesetzt werden kann. Dies wirkt sich durch die verschiedenen Vereinfachungen erheblich auf den Preis aus.


Keshi, Kasumiga, Mabé, Conch & Melo

Da die Perlenwelt sehr gross ist, gibt es auch viele verschiedene kleine Teile, mit welchen in unserer Branche gearbeitet wird. Eine davon sind „Keshi-Perlen“, welche ein kernloses Nebenprodukt der Muschel ist, welches durch eine Überreizung des Muscheltieres während der Produktion entsteht. Durch ihre ungewollte Entstehung werden sie zu einem sehr tiefen Preis gehandelt und werden oft für einfacheren Schmuck verwendet.

Mabé „Perlen“ sind Erzeugnisse, bei denen Halbkugeln in das Muschelfleisch einoperiert werden und durch die Zeit überwachsen werden. Es entsteht eine grosse (1-3 cm) Halbkugel aus Perlmutt, welche in den Farben der Muschel schimmert.

Conch- und Meloperlen sind echte Perlen, welche nicht in einer Muschel wachsen, sondern in Schneckenhäuser. Durch eine Reibung des Tieres mit dem Haus, entsteht eine Kugel aus Kalziumcarbonat, welches das Selbe Material ist wie herkömmliche Perlen. Die Conch- und Meloperlen sind extrem selten und entstehen nur in der Natur.


Pfelge

Da Perlen, ob echt oder gezüchtet, organische Produkte sind, sind sie eher weich und empfindlicher als kristallisierte Steine. Perlen reagieren empfindlich auf Säuren (Schweiss, Parfüm, Kosmetika) und sollte daher nach dem Tragen stets mit einem weichen Tuch abgerieben werden. Perlenketten sind auf Perlseide (Seide-Kunstfaser-Gemisch) aufgezogen, die sich etwas dehnt und ausfransen kann – die Kette muss neu aufgezogen werden. Die Perlen werden in lauwarmes Seifenwasser gereinigt, neu aufgezogen und zur Sicherheit geknüpft.


Bei Fragen zu unseren Perlen und/oder Perlenschmuck, geben wir Ihnen gerne weitere Informationen. Auf Facebook und Instagram veröffentlichen wir jeweils Inhalte über unsere neuesten Kreationen.

Bijoux Stadelmann AG
Marktgasse 29
3011 Bern

www.bijouxstadelmann.ch
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